Google Ads API: Passkeys jetzt Pflicht für neue Refresh-Tokens

By 9. August 2026SEO News

Google hat die Anforderungen für den Zugriff auf die Google Ads API verschärft: Seit Anfang August 2026 sind Passkeys erforderlich, um neue Refresh-Tokens auszustellen. Über die Änderung berichtete ALM Corp am 3. August 2026. Betroffen sind alle Konten, die neue API-Zugänge einrichten oder bestehende Tokens erneuern.

Refresh-Tokens sind der Schlüssel für dauerhafte Verbindungen zwischen der Google Ads API und externen Systemen. Ohne gültigen Token bricht die Verbindung ab. Betroffen sind damit Reporting-Dashboards, Bid-Management-Tools, Feed-Automatisierungen und selbst gebaute Skripte.

Was sich beim Zugriff auf die Google Ads API ändert?

Google Ads API

Ein Passkey ersetzt das klassische Passwort durch ein kryptografisches Schlüsselpaar. Die Authentifizierung läuft über das Gerät – per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN. Der private Schlüssel verlässt das Endgerät nicht.

Für den Alltag in Agenturen und Inhouse-Teams heißt das konkret:

  • Neue Refresh-Tokens lassen sich nur noch über ein Konto mit hinterlegtem Passkey erzeugen.
  • Der Zugriff ist an ein registriertes Gerät gebunden, nicht mehr allein an Zugangsdaten.
  • Geteilte Service-Accounts ohne Passkey-Hinterlegung können bei einer Token-Erneuerung ins Leere laufen.
  • Bestehende, noch gültige Tokens sind von der Neuregelung zunächst nicht direkt betroffen.

Die Maßnahme reiht sich in Googles laufende Absicherung von API-Schnittstellen ein. Kontoübernahmen über gestohlene Zugangsdaten sind im Werbeumfeld ein bekanntes Risiko, weil an den Konten direkt Budgets hängen.

Die Google Ads API liefert Daten, die weit über Kampagnensteuerung hinausgehen. Suchvolumina, Wettbewerbsdaten und Klickpreise aus dem Keyword Planner laufen über dieselbe Schnittstelle. Viele SEO-Tools und interne Reportings greifen genau darauf zu.

Fällt ein Token aus, fehlen in den Dashboards nicht nur Ads-Zahlen. Auch Keyword-Recherchen und kombinierte Auswertungen aus Search Console, Analytics und Ads-Daten können lückenhaft werden. In Setups mit serverseitigem Tracking und automatisierten Reports hängen oft mehrere Prozesse an einem einzigen Zugang.

Wie stark der Effekt ausfällt, hängt vom jeweiligen Setup ab. Teams, die mit einem zentralen Manager-Konto und mehreren angebundenen Tools arbeiten, sind stärker betroffen als Einzelkonten mit einer Standardanbindung.

Änderungen an Googles Schnittstellen wirken sich entsprechend breit auf Tool-Landschaften aus.

Eine offizielle Übergangsfrist für bestehende Tokens nennt die Meldung nicht. Ebenso wenig ist bekannt, ob Google die Passkey-Pflicht künftig auf weitere APIs ausweitet.

Quelle: ALM Corp